Bogenschießen
Bogenschießen
Der Bogen
Die ersten Bögen gab es wohl in der Steinzeit. Sie wurden aus einem Stück Holz(Kiefer,Ulme dann etwas später Eibe) gearbeitet. Der älteste Bogenfund Europas, der Bogen von Stellmor(Schweden), ist ca. 11500 Jahre alt. Dem folgt der Fund eines Ulmenbogens in Holmegaard ( Dänemark ), der ca. 10000 Jahre alt sein soll. Später entwickelten, in unseren Breitengraden, vor allem angelsächsische Bogner das von den Wikingern übernommene Bogenmodell zum englischen Langbogen weiter. Aus dieser Zeit stammen so wohlklingende Namen wie Fletcher(Pfeilemacher), Archer und Bowman(Bogenschütze), Bownocker und Stringer(Sehnenmacher) und auch Bowyer(Bogenbauer).
Bereits in der Antike gab es ausgereifte Bögen in geschwungener Form, aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, bei denen die Eigenschaften hochfester und zugleich elastischer Verbundstoffe kombiniert wurden, gemeint ist der sogenannte Kompositbogen. Diese Art von Bogen stammt aus dem asiatischen Raum, und wurde u. A. vom Steppenvolk der Skythen, furchtbringend eingesetzt.
 Langbogen |
 Blankbogen |
 Recurvebogen |
 Compoundbogen |
Der
Langbogen ist für viele Laien der Inbegriff des Bogens, denn "Robin Hood hatte ja auch so einen Bogen". Nun, ganz ohne ist diese Behauptung ja nicht. Ein Langbogen besteht aus einem Stück Holz. Moderne Langbögen werden auch aus mehreren, zusammengeleimten Holzschichten gefertigt. Zieleinrichtungen sind nicht erlaubt, man schießt "instinktiv", d. h. das Ziel kommt ins Blickfeld, der Schütze spannt den Bogen in Richtung des Ziels und schießt ohne lange zu zielen. Langbogenschützen sind vorwiegend an Jagd - und Feldturnieren anzutreffen. Mit ihren oft selbstgemachten Lederköchern und den Holzpfeilen wirken sie wie Besucher aus einer vergangenen Welt.
Der
Blankbogen wird auch 'barebow' genannt. Es handelt sich um einen Recurve-Bogen ohne Visier und Stabilisatoren. Beim Blankbogen zielt man über den Pfeil. Je nach Entfernung variiert man den Abstand der Finger der Zughand vom Nockpunkt - auch 'Stringwalking' genannt.
Der Recurvebogen hat eine Länge von 66" bis 70" und ist in drei Teile zerlegbar. Die beiden Wurfarme können zum leichtern Transport vom Mittelstück abgenommen werden. Die Wurfarme sind, je nach Preisklasse und persönliche Anforderung des Schützen, aus verleimtem Holz, Glasfiber oder Karbon. Das Mittelstück wird beim klassischen Anfängerbogen aus schichtweise verleimten Holz gefertigt. Turnierbögen besitzen Mittelstücke aus gegossenem oder gefrästen Leichtmetalllegierungen. Gezielt wird mit einem Visier (Korn) und der Sehne (Kimme). Die Aluminium- bzw. Karbonpfeile werden mit den Fingern gelöst. Zum Fingerschutz wird ein kleines Lederstück benutzt (Fingertab), Schwingungen beim Abschuss werden von Stabilisatoren gedämpft. Die Zuggewichte gehen von 18 lbs bis 55 lbs. Dieser Bogen ist als Turnierbogen auf allen Wettkämpfen, einschließlich der Olympischen Spiele, zugelassen.
Der Compoundbogen ist das totale Gegenstück zum Langbogen. Auffällig sind neben seiner kurzen Bauweise die an den Wurfarmenden angebrachten Rollen und Excenter. Ein zusätzliches Kabel, welches parallel zur Sehne verläuft, wickelt sich beim Auszug des Bogens um die Excenter und übernimmt so einen Teil der Zugkraft (Flaschenzug). Mit diesem System kann der Schütze mit einer Gewichtsreduzierung von 60 bis 70 % rechnen. Das Bogenmittelstück ist aus Leichtmetall gefräst, die Wurfarme werden aus Karbon gefertigt. Das Visier wird durch Wasserwaage, Scope (Vergrößerungsglas) und Peep-sight (Sehnenlochvisier) ergänzt. Der Schütze löst den Pfeil mit einer Auslösehilfe (Release). Schwingungen beim Abschuss werden mit Stabilisatoren gedämpft. Für das Zuggewicht gibt es eine Beschränkung auf 60 lbs ( 27,24 kg). Compoundschützen verwenden Aluminium - oder Karbonpfeile. Der Compoundbogen ist mit Ausnahme der Olympischen Spiele auf allen Turnieren zugelassen.
Fortsetzung folgt